Besinnliche Adventszeit – oder doch nicht?

Überall wo man gerade hingeht wird eine besinnliche Adventszeit gewünscht. Ich lächle dann immer und denke bei mir, besinnlich? Nicht so wirklich. Irgendwie ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass mit der ersten Kerze die auf dem Adventskranz brennt der Stress erst so richtig losgeht.

Am Arbeitsplatz ist es doppelt stressig, weil jeder noch seinen Schreibtisch leeräumen möchte, bevor er in den Weihnachtsurlaub geht. Die letzten Ziele fürs Jahr müssen noch erreicht werden. Zuhaue geht der Stress dann weiter. Kekse müssen gebacken werden, die Kinder zu diversen Weihnachtsfeiern gefahren werden, Weihnachten muss vorbereitet werden.

Ich frage mich schon seit Jahren, warum ist das so? Warum kommt Weihnachten doch jedes Jahr immer so plötzlich und total unvorbereitet?

Einerseits ist es so, dass wir Menschen dazu neigen, alles auf die Lange Bank zu schieben und zu denken, ach es ist noch Zeit. Bis auf einmal der erste Advent vor der Türe steht und man merkt, man hat noch nichts geschafft. Zum anderen läutet die Weihnachtszeit das Ende des Jahres ein und man möchte möglichst unbelastet ins neue Jahr gehen. Deshalb versucht man, vor allem am Arbeitsplatz, noch so viel wie möglich wegzuarbeiten, damit man im neuen Jahr ganz von vorne anfangen kann.

Da ich ja von Beruf Stresscoach bin, mache ich bei diesem ganzen Weihnachtsstress nur bedingt mit. Beruflich geht das nicht immer, aber Privat mache ich den Stress nicht mit. Ich beschränke meine Aktivitäten was Weihnachten angeht auf ein Minimum. Ich mache es mir lieber mit Tee und Keksen auf dem Sofa gemütlich und lese, oder gehe raus in die Natur und mache einen schönen ausgiebigen Spaziergang.

Ich habe Euch hier einige Tipps zusammengestellt, wie Ihr einigermaßen stressfrei durch die Vorweihnachtszeit und die Festtage kommt.
  • Nehmt Euch einen kleinen Augenblick Zeit, setzt Euch mit einer Tasse Kaffee oder Tee hin und verschafft Euch einen Überblick was die nächsten Tage und Wochen noch alles ansteht. Kann man Termine anders planen, oder ins nächste Jahr verschieben? So findet sich vielleicht ein klein wenig Zeit für sich selbst und Dinge, die einem gut tun.
  • Es muss nicht alles perfekt sein. Wir neigen dazu unsere Erwartungen unnötig hochzuschrauben. Wenn wir es zulassen, dass nicht alles perfekt sein muss, dann werden die Adventszeit und auch die Weihnachtstage stressfreier und ruhiger.
  • Überlegt was EUCH an Weihnachten wichtig ist. Was die Werbung und Filme uns vorgaukeln ist in den seltensten Fällen das war wir eigentlich wollen. Überlegt euch wie IHR am liebsten feiern wollt. Klar man hat familiäre Verpflichtungen, aber es reicht auch ein Besuch zum Kaffee anstatt zum großen Weihnachtsessen zu gehen. Und wer weiß, vielleicht traut sich der Rest der Familie es nicht zu sagen, dass sie den ganzen Trubel auch nicht haben möchte.
  • Weniger ist mehr. Ihr müsst nicht durch überfüllte Einkaufszentren hetzen und Dinge besorgen, die nach den Feiertagen doch wieder umgetauscht werden. Sprecht Euch in der Familie und mit Freunden ab, was wirklich gewünscht ist. Vielleicht versucht ihr es auch einmal mit Wichteln. Dann kann jeder gezielt ein Geschenk kaufen und spart sich den Stress. Von den gesparten Kosten kann man ganz gemütlich im neuen Jahr z.B. Essen gehen. Außerdem ein kleines Geschenk, dass von Herzen kommt ist viel mehr Wert, als teure unpersönliche Geschenke.

So, das waren nun einige Tipps wie man den Stress in der Vorweihnachtszeit etwas reduzieren kann.

Und wenn es trotzdem einmal stressig werden sollte, dann versucht einfach gelassen zu bleiben. Es bringt nichts sich über lange Schlangen an den Kassen aufzuregen. Davon geht es auch nicht schneller. Atmet kurz tief durch, singt in Gedanken Eure Lieblingslieder und geht im Geist nochmal Eure To-Dos durch.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine besinnliche Adventszeit.

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